Uber und Bolt – Abzocke außer Kontrolle? REPORT MAINZ deckt massive Missstände auf
Immer mehr Mietwagenunternehmen, die für Uber und Bolt Fahrten durchführen, flüchten ins Umland, um behördlichen Kontrollen zu entgehen. Der neue investigativ recherchierte Beitrag von REPORT MAINZ zeigt: Hinter den App-Fahrten verbirgt sich ein System aus Briefkastenfirmen, Strohmann-Konstruktionen, rechtswidrigen Arbeitsbedingungen und möglichen Verbindungen ins Rotlichtmilieu.
🎥 Video: REPORT MAINZ – „Uber und Bolt: Abzocke außer Kontrolle?“
Flucht ins Umland – um Kontrollen zu umgehen
Viele Mietwagenfirmen melden sich bewusst in kleinen Gemeinden an, um den strengeren Kontrollen der Großstädte zu entkommen. Nicht selten verlagern Unternehmen ihren „Betriebssitz“ 50, 80 oder über 100 Kilometer aufs Land – nur um dem Zugriff der städtischen Behörden zu entgehen.
- kaum Überprüfungen außerhalb der Städte
- überlastete oder unterbesetzte Behörden
- praktisch keine Durchsetzung der Rückkehrpflicht
Das Ergebnis: Es entsteht ein Schattenmarkt außerhalb staatlicher Kontrolle.
„Man kann sagen, dass über 90 Prozent aller kontrollierten Mietwagenunternehmen in irgendeiner Art und Weise rechtswidrig handeln. Wir erleben, dass die Unternehmen Firmensitze haben, die letztlich gar nicht auffindbar sind. Wir erleben, dass die Fahrer ihre eigentlichen Chefs gar nicht kennen, dass die Geschäftsführer nicht existent sind oder nur Strohmänner sind.“
– Hanna Sammüller, Referentin im Kreisverwaltungsreferat (KVR) München
Systematische Verstöße gegen das PBefG
Der Film zeigt mehrfach, wie Mietwagenfahrer:
- Fahrten direkt über Uber- oder Bolt-Apps annehmen (rechtswidrig)
- den Betriebssitz nicht kennen oder nie aufsuchen
- stundenlang in der Stadt warten
- keinerlei Rückkehrpflicht einhalten
So wird das Personenbeförderungsgesetz (PBefG) bewusst und massenhaft umgangen.
Briefkastenfirmen & Strohmänner – die Strukturen hinter den App-Fahrten
Die Recherche führt REPORT MAINZ zu:
- Firmen mit Scheinadressen und leeren Büroräumen
- eingetragenen Geschäftsführern, die die Firma gar nicht kennen
- Personen aus dem Rotlichtmilieu
- verschachtelten Firmenkonstruktionen mit mehreren Uber-Flotten
Diese Strukturen dienen dazu:
- Kontrollen zu entgehen
- Verantwortlichkeiten zu verschleiern
- Strafen zu vermeiden
- Gewinne zu maximieren
Fahrer berichten über Ausbeutung
Anonym berichten Fahrer, dass sie:
- sehr niedrige Löhne erhalten
- Abzüge für Vermittlungsgebühren, „Strafen“ und Fahrzeuge zahlen
- bis zu 12–14 Stunden fahren
- kaum Pausen haben
Viele Fahrer befinden sich in einem Zustand der Abhängigkeit und Ausbeutung.
Behörden überfordert – Plattformen profitieren
Ordnungsämter und Verkehrsbehörden warnen:
„Wir können das nicht mehr kontrollieren.“
Das System ist darauf ausgelegt, dass Verstöße:
- leicht möglich sind
- nicht verfolgt werden
- sich finanziell lohnen
Plattformen wie Uber & Bolt profitieren von jeder Fahrt – ohne Verantwortung für die Einhaltung gesetzlicher Regeln.
Fazit: Ein Markt außer Kontrolle
Der REPORT MAINZ-Beitrag zeigt klar:
- Die App-Vermittlung von Uber & Bolt unterläuft das PBefG.
- Die Unternehmensstrukturen sind teils kriminell, teils gezielt intransparent.
- Behörden sind massiv überlastet.
- Rechtskonforme Taxi- und Mietwagenbetriebe geraten unter enormen Druck.
Dieser Zustand gefährdet fairen Wettbewerb, Fahrgastsicherheit und soziale Standards.
